Dekubitus – das Wichtigste für Sie kompakt aufbereitet

Dekubitus oder Wundliegen bezeichnet eine Haut- und/oder Gewebeschädigung, die durch anhaltenden Druck auf eine Körperstelle entsteht. Durch gezielte pflegerischen Maßnahmen, spezielle Hilfsmittel (z.B. Anti-Dekubitus-Lagerungssystemen) und weitere prophylaktische Maßnahmen können erste Anzeichen früh erkannt und einem Fortschreiten vorgebeugt werden.

Wie entsteht ein Dekubitus?

Je nach Körperstelle kann das eigene Körpergewicht schon ausreichen, um Kapillaren der Leder- und Unterhaut abzudrücken. Folge ist die Minderversorgung von Sauerstoff und Nährstoffen bis hin zur Unterbrechung des Sauerstoffaustausches im Gewebe; hier entsteht ein Dekubitus, durch drei wesentliche Faktoren begünstigt: dem Auflagedruck, die Druckverweildauer und Risikofaktoren. Die meist betroffen Stellen sind:

  • In der Rückenlage: Ferse, Ellenbogen, Steißbereich, Hinterkopf und Kreuzbein, Wirbelsäule
  • In der Seitenlage: Ohrmuscheln, Trochander Major, Schultergelenk, Schulterblatt, Knöchel

Die am häufigsten auftretenden Arten von Dekubitusgeschwüren sind der Dekubitus im Steißbein und Gesäßbereich mit ca. 40 % und der Dekubitus an der Ferse mit ca. 18 % aller Druckgeschwüre.


Welche Stadien hat ein Dekubitus und was sind seine Symptome?

Die Wundbeurteilung des Dekubitus richtet sich nach der Betroffenheit der einzelnen Haut- und Gewebsschichten. Man unterscheidet vier Dekubitusgrade.

Dekubitus Grad 1

Das Druckgeschwür im Stadium I lässt sich frühzeitig identifizieren. Hier kommt es zu dauerhaft auftretenden und lokal begrenzten Hautrötungen. Drückt man mit dem Finger für ein paar Sekunden auf die gerötete Stelle und wird die Haut direkt nach dem Loslassen nicht wieder deutlich blasser, spricht man von einem Dekubitus Grad I. Die Durchblutung wurde an dieser Stelle unterbrochen und es kommt zur so genannten Minderversorgung. Die Haut selbst ist dabei noch intakt. Der Bereich wird als schmerzhaft, härter, weicher oder kälter beschrieben.

Dekubitus Grad 2

In Stadium II ist bereits die unter der Oberhaut liegende Lederhaut betroffen. Erste Hautschädigungen, wie bspw. Blasenbildung und Hautabschürfungen mit rot bis rosafarbenem Wundbett, werden sichtbar. Es besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, besonders bei Ablösung der Oberhaut.

Dekubitus Grad 3

In Stadium III des Dekubitus liegt ein tiefes, offenes Geschwür vor, bei dem alle Hautschichten geschädigt sind. Es können auch schon die darunterliegenden Muskeln, Sehnen und Bänder betroffen sein. Die Patienten leiden in diesem Stadium an hoher Infektionsanfälligkeit, das Allgemeinbefinden ist stark eingeschränkt und Schmerzen werden als besonders stark empfunden.

Dekubitus Grad 4

Das Stadium IV zeichnet sich durch völlige Gewebsschädigung mit Nekrosenbildung, sowie Beschädigung von Muskelgewebe, Knochen, Sehnen und Gelenkkapseln aus. Außerdem können nun Knochen sichtbar werden. Entzündungszeichen treten auf und die Gefahr einer Sepsis ist explizit zu beachten.

Welche Risikofaktoren für Dekubitus gibt es?

Sobald Betroffene in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, besteht ein erhöhtes Risiko für Dekubitus. Patienten, die nicht mehr in der Lage sind, Positionswechsel eigenständig auszuführen, sind längerer Druckeinwirkung auf Haut und Gewebe ausgesetzt. Gründe für Immobilitäten können Lähmungen durch Schlaganfall, Arthrose, Arthritis und Rheuma sein.
Durch zusätzliche Scherkräfte, die sich beim Umdrehen, Ziehen und Lagern des Patienten ergeben, kommt es zu Verschiebungen der Hautschichten, wodurch die Durchblutung der Haut gestört und nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Auch unzureichende Hautpflege im Alter begünstigt eine Dekubitusentwicklung.

Außerdem wirken sich bestehende Grunderkrankungen, wie Durchblutungsstörungen, verminderte Schmerzwahrnehmung, akute Infekte und bspw. Diabetes mellitus begünstigend auf die Entstehung aus.

Besonders adipöse Menschen (Adipositas) sind von Dekubitus bedroht, da nur noch wenig oder sehr erschwerte Bewegung stattfindet. Aber auch Untergewichtige haben ein erhöhtes Dekubitusrisiko, da knöcherne Strukturen und Haut nicht von einer Fettschicht gepolstert und geschützt werden.

Das Dekubitusrisiko kann anhand einer Norton-Skala erfasst werden, die sich am Allgemeinzustand des Betroffenen orientiert und aus 9 Unterpunkten zusammengesetzt ist.


Wie kann man einem Dekubitus vorbeugen?

Ziel der Dekubitusprophylaxe ist, die Ausbildung eines Dekubitus zu verhindern. Dazu gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen, die den Druck auf die Haut und das darunterliegende Gewebe mindern und dadurch wirksam einem Dekubitus vorbeugen.
Zunächst ist es wichtig, die Risikofaktoren zu erkennen, um sie dann durch individuelles Vorbeugen zu verringern oder sogar auszuschalten. Viele Hautschäden kann man bereits durch die richtige Hautpflege vermeiden, auch kann man die Bewegung des Betroffenen unterstützen. Die richtige Entlastung gefährdeter Stellen durch die adäquate Lagerung von bettlägerigen Patienten ist ein weiterer wichtiger Faktor. Zusammengefasst gilt:

  • regelmäßige, zumindest ägliche Kontrolle der gesamten Haut
  • Hautreinigung stets mit mit pH-hautneutralen Pflegemitteln, nicht austrocknend, ohne Parfumzusätze
  • Hautpflege bei trockener Haut mit Wasser-in-Öl-Emulsionen
  • Tragen atmungsaktiver und nicht-einschnürender Kleidung
  • frühzeitiger Wechsel von Inkontinenzmaterialien
  • ausgewogene Ernährung, möglichst abwechslungsreich mit ausreichender Vitaminenversorgung
  • ausreichende Flüssigkeitsversorgung

Auf eine individuell passende Lagerung achten und regelmäßige, dem Patienten entsprechende, Lageveränderung durchführen.
Nach aktuellem Stand gilt die so genannte 30-Grad-Schräglagerung als risikoärmste Positionierungsmöglichkeit und beugt Druckschäden an anderen Körperstellen vor, da der Betroffene dabei nahezu auf dem Rücken liegt, kommt diese Methode den meisten Personen sehr entgegen. Eine gute Alternative ist die 135-Grad-Lagerung.

Wenn möglich, viel Bewegung ermöglichen, zum Beispiel durch Sitzen auf der Bettkante, Gehen oder Stehen.
Für manchen Betroffenen mögen schon regelmäßige Positionswechsel genug Bewegung sein. Manch anderer würde gern etwas mehr tun. Sie können das unterstützen, wenn Kraft und Bewegungsmöglichkeiten des Betroffenen dies zulassen.

Welche Hilfsmittel gibt es für Dekubitus?

Dekubitusprophylaxe Hilfsmittel sind zum Beispiel spezielle Matratzen oder Weichlagerungssysteme. Sie sollen den Druck vom Körper oder einer bestimmten Körperstelle nehmen oder woanders hin verteilen. Für diese Druckverteilung und -entlastung gibt es unterschiedliche Hilfsmittel:

  • Wechseldruckmatratzen (Matratzen mit Luftkammern, die abwechselnd per Kompressor mit Luft gefüllt werden)
  • Weichlagerungsmatratzen (besonders weiche Matratzen, die die Auflagenfläche des Körpers vergrößern und damit den Druck auf einzelne Körperstellen vermindern)
  • Antidekubitus-Sitzkissen können zur Dekubitusprophylaxe eingesetzt werden. Auch für Rollstuhlfahrer gibt es spezielle Sitzkissen, die den Druck auf Gesäß und Oberschenkel vermindern.


Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?

Den größten Teil der Kosten für Maßnahmen und Hilfsmittel zur Dekubitus-Vorbeugung und -behandlung trägt die Krankenkasse. Sie muss den Leistungsanspruch des Versicherten prüfen, die Versorgung entsprechend den gesetzlichen Vorschriften genehmigen und die damit verbundenen Kosten erstatten.

Wir unterstützen Sie gerne bei der Beantragung bei Ihrer Krankenkasse.


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mit Ihrer Krankenkasse abgerechnet werden kann und wie der Vorgang richtig verläuft.
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